Österreichisches Bundesgesetzblatt · 03 Sep 2026 · 1 vistas
FMA-Kostenverordnung 2016: Neue Kostenverteilung für Wertpapierfirmen
Por FactBox Admin

Die Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) hat ihre Kostenverordnung 2016 neu geregelt. Die Änderungsverordnung wurde am 3. September 2026 im Bundesgesetzblatt für die Republik Österreich (Teil II) als BGBl. II Nr. 266/2026 kundgemacht und tritt am 30. September 2026 in Kraft.
Grundlage der Verordnung sind § 89 Abs. 2 des Wertpapieraufsichtsgesetzes 2018 (WAG 2018) in Verbindung mit § 160 Abs. 1a des Sanierungs- und Abwicklungsgesetzes (BaSAG). Geändert wird die FMA-Kostenverordnung 2016, BGBl. II Nr. 419/2015, zuletzt geändert durch BGBl. II Nr. 201/2025. Unterzeichnet ist das Dokument von Ettl und Kühnel.
Neue Kostenverteilung nach K-Faktoren
Der zentrale Eingriff betrifft § 17a der Verordnung. Danach hat die FMA die auf die Kostenpflichtigen gemäß § 13 Abs. 1 Z 8 entfallenden Beiträge künftig nach ihrem Anteil an der Gesamtsumme der Gesamtanforderungen für K-Faktoren gemäß Art. 15 IFR zu ermitteln.
Als Referenzdaten dienen die zum Bilanzstichtag der jeweiligen Kostenpflichtigen im abzurechnenden FMA-Geschäftsjahr gemeldeten Gesamtanforderungen für K-Faktoren. Damit wird die Kostenverteilung für abwicklungsrelevante Wertpapierfirmen an die aufsichtsrechtliche Eigenmittel-Logik der Verordnung (EU) 2019/2033 (IFR) angeglichen.
Aktualisierte Verweise auf 23 Bundesgesetze
§ 22 der Verordnung wird vollständig neu gefasst und legt fest, in welcher Fassung die verwiesenen Bundesgesetze anzuwenden sind. Betroffen sind unter anderem:
- FMABG (BGBl. I Nr. 97/2001) in der Fassung BGBl. I Nr. 28/2026
- BWG (BGBl. Nr. 532/1993) in der Fassung BGBl. I Nr. 46/2026
- ZaDiG 2018 (BGBl. I Nr. 17/2018) in der Fassung BGBl. I Nr. 59/2026
- BaSAG (BGBl. I Nr. 98/2014) in der Fassung BGBl. I Nr. 5/2026
- VAG 2016 (BGBl. I Nr. 34/2015) in der Fassung BGBl. I Nr. 6/2026
- WAG 2018 (BGBl. I Nr. 107/2017) in der Fassung BGBl. I Nr. 57/2026
- BörseG 2018 (BGBl. I Nr. 107/2017) in der Fassung BGBl. I Nr. 62/2026
- InvFG 2011, AIFMG und ImmoInvFG jeweils in der Fassung BGBl. I Nr. 57/2026
- FM-GwG (BGBl. I Nr. 118/2016) in der Fassung BGBl. I Nr. 151/2024
- MiCA-VVG (BGBl. I Nr. 111/2024) in der Fassung BGBl. I Nr. 5/2026
Insgesamt werden 23 Bundesgesetze in ihrer jeweils geltenden Fassung in Bezug genommen. Zusätzlich werden die Verweise auf das Unionsrecht aktualisiert, darunter CRR, CSDR, EMIR, MiFIR, MiFID II, BMR, ECSPR, IFR, die DLT-Pilot-Verordnung und MiCAR.
Inkrafttreten und Bedeutung
Mit dem neuen § 23 Abs. 19 wird festgelegt, dass § 17a und § 22 in der Fassung der Verordnung BGBl. II Nr. 266/2026 mit 30. September 2026 in Kraft treten. Die Neuregelung betrifft alle von der FMA beaufsichtigten Finanzinstitute, insbesondere abwicklungsrelevante Wertpapierfirmen.
Für die betroffenen Institute bedeutet die Änderung eine transparentere und an den aufsichtsrechtlichen K-Faktoren orientierte Kostenverteilung. Zugleich stellt die Verordnung sicher, dass sämtliche Verweise auf Bundesgesetze und Unionsrecht dem aktuellen Rechtsstand entsprechen, was für die Rechtssicherheit der Kostenpflichtigen von zentraler Bedeutung ist.
Quelle: Bundesgesetzblatt für die Republik Österreich, Teil II, Nr. 266, ausgegeben am 3. September 2026 (amtliche Referenz: BGBl. II Nr. 266/2026).