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Bundesanzeiger · 14 Sep 2026 · 4 vistas

Bund fördert OER-Basisqualifizierungen für Personal im Ganztag

Por FactBox Admin

Bund fördert OER-Basisqualifizierungen für Personal im Ganztag

Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) hat eine neue Förderrichtlinie zur Kompetenzentwicklung von Mitarbeitenden im Ganztag ohne pädagogische Ausbildung veröffentlicht. Gefördert werden Projekte, die Basisqualifizierungen auf Grundlage des Curriculums „Kompetent im Ganztag“ (KoGat) mit offenen Lernmaterialien (OER) erproben und bundesweit verbreiten. Die Bekanntmachung erschien am 14. September 2026 im Bundesanzeiger unter der amtlichen Referenz BAnz AT 14.09.2026 B1.

Hintergrund und Zielsetzung

Die Richtlinie vom 20. August 2026 knüpft an die „OER-Strategie – Freie Bildungsmaterialien für die Entwicklung digitaler Bildung“ des Bundes an. Sie soll nachhaltige Strukturen zur Qualifizierung von Beschäftigten im Ganztag aufbauen, die nicht pädagogisch ausgebildet sind – etwa in Horten, im Träger-Modell oder im Schul-Modell. Ziel ist die bundesweite strukturelle Qualitätsentwicklung ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote.

Konkret sollen mindestens 30 offen lizenzierte Lernmaterialien zur Umsetzung des KoGat-Curriculums sowie mindestens 15 digitale Selbstlernangebote entstehen. Zudem sind mindestens fünf modellhaft erprobte Basisqualifizierungen und mindestens zehn offen lizenzierte Materialien für spezifische Rahmenbedingungen oder Zielgruppen vorgesehen.

Drei Förderformate

Die Förderung erfolgt in drei miteinander verzahnten Formaten:

  • Format A „OER/OEP entwickeln und verbreiten“: Erarbeitung und breitenwirksame Aufbereitung von Lernmaterialien auf Basis des gesamten KoGat-Curriculums, veröffentlicht unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY.
  • Format B „Basisqualifizierungen erproben“: Modellvorhaben, die praxisnahe Basisqualifizierungen für Mitarbeitende ohne pädagogische Ausbildung entwickeln, umsetzen und erproben.
  • Format C „Wissenschaftliche Programm- und Wirkungsbegleitung“: Ein Vorhaben zur unabhängigen wissenschaftlichen Begleitung des Gesamtprogramms.

Die Laufzeit beträgt in Format B maximal 30 Monate, in den Formaten A und C maximal 36 Monate. Die Zuwendungen werden als nicht rückzahlbare Zuschüsse im Wege der Projektförderung gewährt; nichtwirtschaftliche Vorhaben von Hochschulen und Forschungseinrichtungen können bis zu 100 Prozent gefördert werden.

Antragsberechtigte und Verfahren

Antragsberechtigt sind Vereine und Verbände, juristische Personen des öffentlichen Rechts, gemeinnützige Unternehmen, Stiftungen sowie staatliche und nichtstaatliche Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Das Antragsverfahren ist zweistufig angelegt.

  • In der ersten Stufe sind Projektskizzen bis spätestens 10. November 2026 über die Homepage der OER-Strategie unter www.oer-strategie.de/oe_kogat/ einzureichen.
  • In der zweiten Stufe werden die Verfasser positiv bewerteter Skizzen zur Vorlage eines förmlichen Förderantrags über das elektronische Antragssystem „easy-Online“ aufgefordert.

Mit der Abwicklung ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR Projektträger) in Bonn beauftragt, Bereich Bildung, Digitalisierung in der Bildung, Kennwort OE_KoGat. Fachliche Ansprechpersonen sind Daniela Bickler und Nina Grüter (E-Mail: ganztag@dlr.de).

Rechtsgrundlage und Geltungsdauer

Die Förderung erfolgt nach Maßgabe der §§ 23 und 44 der Bundeshaushaltsordnung (BHO) sowie als staatliche Beihilfe auf Grundlage von Artikel 25 der Allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung (AGVO) der Europäischen Kommission. Ein Rechtsanspruch auf Förderung besteht nicht; die Bewilligungsbehörde entscheidet im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel nach pflichtgemäßem Ermessen.

Die Richtlinie tritt am Tag ihrer Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft und ist bis zum 30. Juni 2027 befristet, längstens bis zum 31. Dezember 2030. Unterzeichnet wurde sie in Berlin am 20. August 2026 im Auftrag von Bettina Schwertfeger.

Bedeutung für die Praxis

Die Ausschreibung richtet sich an Qualifizierungsträger, Schulen und Kitas bundesweit und adressiert den Fachkräftemangel im Ganztag. Durch offen lizenzierte, frei nachnutzbare Materialien sollen die Ergebnisse über die Modellförderung hinaus wirken und möglichst vielen Mitarbeitenden ohne pädagogische Ausbildung zugänglich gemacht werden.


Quelle: Bundesanzeiger, Amtlicher Teil, 14. September 2026, S. 1–15 (amtliche Referenz: BAnz AT 14.09.2026 B1).